{"id":855,"date":"2016-08-11T11:38:43","date_gmt":"2016-08-11T09:38:43","guid":{"rendered":"http:\/\/theater-svlg.de\/?page_id=855"},"modified":"2016-08-11T11:38:43","modified_gmt":"2016-08-11T09:38:43","slug":"zur-musik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/theater-svlg.de\/?page_id=855","title":{"rendered":"Zur Musik&#8230;"},"content":{"rendered":"<h2>Wo die Musik anf\u00e4ngt, h\u00f6rt der Spa\u00df auf<\/h2>\n<p>Unter Anspielung auf bekannte musikalische Genres wie die Ouvert\u00fcre, den Triumphmarsch oder das Chanson der zwanziger Jahre erreicht die Komponistin Susanne Hinkelbein\u00a0 die Ohren der Besucher dieser\u00a0 so genannten\u00a0 \u201eOper vom gro\u00dfen Hohngel\u00e4chter\u201c,\u00a0 um dann das ungetr\u00fcbte H\u00f6rvergn\u00fcgen nachhaltig zu verst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Dies gilt besonders f\u00fcr die Songs und Chorst\u00fccke. W\u00e4hnt sich der Zuh\u00f6rer zun\u00e4chst noch in einem tonalen Zusammenhang, muss er diese Vorstellung bald aufgeben. Schr\u00e4ge, stark dissonante Intervallspr\u00fcnge verweisen ihn auf den Text und lassen den Zuh\u00f6rer z.B. erkennen, wie die Liebe zu einem mechanischen Kopulationsakt mutieren kann, bei dem Gef\u00fchle nicht vorgesehen sind. Ein anderer Song vermittelt dem Zuh\u00f6rer, dass zum Vort\u00e4uschen des \u00e4u\u00dferen Scheins alle Mittel recht sind.<\/p>\n<p>Daneben k\u00f6nnen\u00a0 aber auch Text und Musik in einem \u00e4u\u00dferst widerspr\u00fcchlichen Verh\u00e4ltnis zueinander stehen. So kommt der masochistische Wunsch nach k\u00f6rperlichen Verletzungen durch den Geliebten im Kleid der Terz- und Sextenseeligkeit daher, die f\u00f6rmlich von Alpengl\u00fchen erf\u00fcllt ist.<\/p>\n<p>Fasziniert hat mich in seiner musikalisch \u2013 textlichen Gestaltung der Titel \u201eTanz, tanz mit mir\u201c. Frauen analysieren hier ihre geschlechtsspezifische Situation. Schon fast zwanghaft bieten sie sich in einem von der Taktsprache, der Tonalit\u00e4t und der Satztechnik her bizarr gestalteten Tanz dem Mann an im gleichzeitigen Wissen um ihre Abh\u00e4ngigkeit. Ebenso klar ist ihnen, dass ihre W\u00fcnsche in seelischer und k\u00f6rperlicher Hinsicht nie erf\u00fcllt werden k\u00f6nnen. Sie kleiden diese unerf\u00fcllten Sehns\u00fcchte in dreistimmige Akkordfolgen, die \u2013 obgleich harmonisch \u2013 kein gewohntes Klischee erf\u00fcllen. In schonungslosem Rezitationston formulieren sie die Erkenntnis, dass gerade die Schw\u00e4che des Mannes sie dazu verdammt, immer abwechselnd in der Rolle der Mutter oder der\u00a0 Hure zu verharren.<\/p>\n<p>Die Ausf\u00fchrung dieser komplex gearbeiteten Musik stellt f\u00fcr die Ausf\u00fchrenden eine Herausforderung dar, der sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Elan und Erfolg gestellt haben. Nun sind Sie, das Publikum, gefragt, diese Zumutungen der Musik und der Texte anzunehmen. Konsum war gestern\u2026<\/p>\n<p>Vincent Eissing-Boyny<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo die Musik anf\u00e4ngt, h\u00f6rt der Spa\u00df auf Unter Anspielung auf bekannte musikalische Genres wie die Ouvert\u00fcre, den Triumphmarsch oder das Chanson der zwanziger Jahre erreicht die Komponistin Susanne Hinkelbein\u00a0 die Ohren der Besucher dieser\u00a0 so genannten\u00a0 \u201eOper vom gro\u00dfen Hohngel\u00e4chter\u201c,\u00a0 um dann das ungetr\u00fcbte H\u00f6rvergn\u00fcgen nachhaltig zu verst\u00f6ren. Dies gilt besonders f\u00fcr die Songs &hellip; <a href=\"https:\/\/theater-svlg.de\/?page_id=855\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zur Musik&#8230;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":33,"menu_order":4,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/theater-svlg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/855"}],"collection":[{"href":"https:\/\/theater-svlg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/theater-svlg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theater-svlg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theater-svlg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=855"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/theater-svlg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/855\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":856,"href":"https:\/\/theater-svlg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/855\/revisions\/856"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theater-svlg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/33"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/theater-svlg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=855"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}