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Die Theater-AG des Schenk-von-Limpurg-GymnasiumSchenk-von-Limpurg-Gymnasiums versetzt Publikum im Atrium gekonnt ins London des späten 19. Jahrhunderts.

Sherlock Holmes sitzt in seinem alten Polstersessel und vegetiert vor sich hin. Die Achtklässlerin Lea Scheufele spielt den Meisterdetektiv aus London. „Kein Tageslicht“, befiehlt sie, sobald das Zimmermädchen die Vorhänge zurückziehen will. Nichts macht dem Detektiv mehr Spaß, seine grauen Zellen sind unterfordert. Zu lange hatte er keinen Fall meh gelöst – das deprimiert ihn. Doch dann naht eine Herausforderung für Sherlocks gelangweiltes Hirn: Nebel wabert über die Bühne, schummriges Licht erhellt die Kulisse, dann durchbricht ein Schrei das gruselige Szenario: Eine Leiche wurde im Wald gefunden. Fragen über Fragen häufen sich zu dem Fall und Sherlock Holmes ist wieder in seinem Element. Endlich kann er wieder Rätsel lösen und auf Spurensuche im Schenk-von-Limpurg-Gymnasium (SvLG) gehen.

Zwischen Schloss und Wildnis

Zwischen Königshaus und morastigem Wald ermittelt der Meisterdetektiv. Bei jedem Szenenwechsel flitzen die jungen Schauspieler über die Bühne und bauen die Kulisse um. Monatelang hat die Mittelstufen-Theater-AG des Gaildorfer Gymnasiums das geprobt. Schauspielerin Anna Feiler (12) erinnert sich an die Proben: „Es ist zwar viel Text, den ich auswendig lernen musste, aber für mich ist das eine tolle Abwechslung zu dem, was wir sonst so in der Schule machen.“ In drei Szenen spielt die Siebtklässlerin Inspektor Lestrade, einen Beamten von New Scotland Yard. Viel Zeit hat Anna deshalb in das Proben gesteckt – auch außerhalb der Schule. Zusammen mit ihrer Schwester Charlotte übte sie die Rolle des Inspektors Lestrade im heimischen Wohnzimmer in Bröckingen.

Doch nicht nur in die Texte haben die jungen Theatermacher viel Zeit und Energie gesteckt. Auch die Bühnenbilder haben die Schüler der 7., 8. und 9. Klassen selbst zusammengebaut und bepinselt. Von den Freilichtspielen in Schwäbisch Hall haben sie sich originalgetreue Kostüme ausgeliehen: karierte Umhänge, Kutschersmützen und Leinenhosen. Und so steht an diesem Abend ein Stück authentisches London – die Heimat von Sherlock Holmes – im Atrium des Gymnasiums. Wirklich regnen, so wie es sich stilecht für London gehört, tut es auf der Bühne nicht, aber dafür spielt die Technik-AG hinter der Bühne plätschernde Regengeräusche ein. „Das war meine Lieblingsszene“, erinnert sich Theaterbesucher Florentin Stahl, „als der Nebel die Bühne eingehüllt hat, das Plätschern von Regen zu hören war und leise ein paar gruselige Frösche gequakt haben.“

Die Theater-AG unter der Leitung von Nina Rose hat es geschafft, die Zuschauer in die Stimmung von London im späten 19. Jahrhundert zu versetzen. Das Publikum hat sich gegruselt, mitgefiebert und war letztendlich erleichtert, als Sherlock Holmes den Fall lösen konnte.

Wer jetzt Lust bekommen haben sollte, dem Detektiv auf seiner Spurensuche zu folgen, der ist am heutigen Donnerstagabend noch einmal herzlich ins Schenk-von-Limpurg-Gymnasium eingeladen. Um 19 Uhr führt die Theater-AG das Stück erneut im Atrium auf.

Aline Spantig – 09. März 2017

Mit freundlicher Genehmigung der Gaildorfer Rundschau